Neurologische Ultraschalldiagnostik

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Neurovaskulärer Ultraschall

Das Gehirn ist darauf angewiesen, sehr viel Sauerstoff und Nährstoffe aus der Blutbahn aufzunehmen, Durchblutungsstörungen können rasch fatal sein. Umso wichtiger ist es, Gefässerkrankungen früh zu erkennen und zu behandeln. Die Untersuchung der hirnversorgenden Blutgefässe mittels Ultraschall (neurovaskulärer Ultraschall) ist eine sehr sichere, schmerzfreie, wenig belastende und wiederholbare Methode.

Welche Gefässe können untersucht werden?

Im Prinzip können mit einer Ultraschall-Untersuchung alle Gefässe ab einer bestimmten Grösse dargestellt werden. Beim neurovaskulären Ultraschall werden vorwiegend die Blutgefässe am Hals und im Kopf bildlich dargestellt. Und auch die Blutströmung kann basierend auf dem sogenannten Doppler-Effekt untersucht und beurteilt werden. Daher wird umgangssprachlich oft auch von der «Doppler-Untersuchung» oder Dopplersonographie gesprochen.

Wann zum Gefäss-Ultraschall?

Ablagerungen in Blutgefässen sind keine reine Alterserscheinung: Viele über 40 leiden bereits unbemerkt an sogenannter Arteriosklerose, d.h. an durch Ablagerungen verengten Gefässen. Liegen Risikofaktoren wie erhöhter Blutdruck, Fettstoffwechselstörungen oder Rauchen vor, so werden auch bei jüngeren Personen bereits Veränderungen in den Gefässwänden gefunden. Eine Ultraschall-Untersuchung der Halsgefässe bringt dann Klarheit.

Ein wichtiger Grund für die Durchführung eines neurovaskulären Ultraschalls sind Symptome, die im Kontext eines Schlaganfalles oder einer Streifung auftreten können. Vorübergehende Seh- und Sprachstörungen, Taubheitsgefühle oder Lähmungen, plötzliche Kopfschmerzen und Schwindelanfälle sind frühe Anzeichen eines Schlaganfalles. Diesen liegt eine Durchblutungsstörung des Gehirns zugrunde, die verschiedene Ursachen haben kann. Eine davon sind Verengungen oder Verschlüsse von grösseren hirnversorgenden Gefässen. Dies kann mit einem neurovaskulären Ultraschall festgestellt werden.

Werden Veränderungen an den Halsschlagadern gefunden, die einen Schlaganfall verursachen können, so besteht Handlungsbedarf. Löst sich von der Gefässwand an besonders mechanisch belasteten Stellen ein Blutgerinnsel, kann es Blutgefässe im Gehirn verstopfen. Wird das Gerinnsel nicht möglichst schnell aufgelöst, stirbt Hirngewebe ab. Eine Operation an der Halsschlagader

Ausführung der Ultraschalluntersuchung

Die sonographische Untersuchung findet im Liegen statt, der Arzt trägt Gel auf den Schallkopf auf und bewegt diesen auf der Haut über dem Gefäss, das er darstellen will. In der Regel muss der Patient sich nicht ausziehen, es sei denn, er trägt ein sehr hochgeschlossenes Oberteil. Untersucht werden die Blutgefässe am Hals oberhalb des Schlüsselbeines, im Kopf von beiden Schläfen und vom Nacken aus sowie gelegentlich durch das geschlossene Auge hindurch. Die Untersuchung dauert in der Regel 20-30 Minuten.

Der Neurologe beurteilt im Ultraschallbild die Weite des Gefässes, die Dicke der Gefässwände und deren Beschaffenheit. Er grenzt Kalkablagerungen (arteriosklerotische Plaques) ab und misst die Grösse aus. Zur Beurteilung des Blutflusses schaltet er am selben Gerät den Doppler-Modus ein, um die Fliessgeschwindigkeit des Blutes zu berechnen und Wirbelbildungen aufzuzeigen. Auf den Blutfluss wirksame Verengungen stellen sich eindrucksvoll dar.

Welche «Nebenwirkungen» hat ein neurovaskulärer Ultraschall?

Der neurovaskuläre Ultraschall ist vollkommen schmerzfrei und ohne Risiken. Das Ultraschallgel kann am Ende der Untersuchung ohne Rückstände vollkommen abgewischt werden und hinterlässt keine Flecken.

Wie lange dauert es, bis ein Ultraschall-Befund vorliegt?

Der neurovaskuläre Ultraschall wird von einem darauf spezialisierten Arzt durchgeführt und in Echtzeit bereits während der Untersuchung beurteilt. Dieser Befund kann dann direkt mit dem Patienten besprochen werden.